Transformative Urbanismus

JAHR
2019-2023
AUFSICHT
Dr. sc. ETH Dipl.-Ing. Anne Brandl
Prof. Dr. Hans-Jörg Rheinberger
AUSZEICHNUNGEN
Wissenschaftspreis für Architektur der Bundesinnung der Bauingenieure (Österreich) 2025

Wie kann die räumliche Entwicklung demokratisiert werden? Welchen Wert hat das Alltagswissen der Anwohner – und wie kann es mit Expertenwissen und Entscheidungsträgern verknüpft werden, um Verständnis, Unterstützung und sinnvolle Veränderungen zu fördern?

Die Forschung untersucht die Rolle und Verantwortung des Berufsstandes der Stadtplanung im Kontext des dringenden gesellschaftlichen Wandels hin zur Nachhaltigkeit. Ein fünfjähriges reales Labor, das vom Autor im Rhein-Tal initiiert wurde – an dem über 1.500 Menschen in 42 verschiedenen Formaten beteiligt sind – dient als Rahmen, in dem theoretische Reflexion und praktische Beteiligung zu einem neuen Berufsmodell des Urbanismus in einer Zeit multipler Krisen zusammenfließen: Transformative Urbanismus.

Das titelgebende Konzept der Vorstellungsgebiete bezieht sich auf die zentrale Methode dieser Praxis: Urbanisten agieren als Ermöglicher einer kollektiven, bewusst konflikthaften Neugestaltung von Landschaften aller Maßstäbe, indem sie diskursive Formate schaffen, die territoriale Fragen ansprechen. Dabei dienen sie als Katalysatoren sowohl für räumliche Transformation als auch für den gesellschaftlichen Wandel, den sie mitgestalten. Die Kernkompetenz des Urbanisten liegt nicht primär im klassischen Entwurf räumlicher Zukünfte, sondern im Rahmen, dem Provokation und der Navigation von Prozessen gesellschaftlicher Verhandlung und Vorstellung – um kollektive, nachhaltige Visionen der Zukunft vorstellbar und somit realisierbar zu machen.

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