Schellenberg on the Edge

JAHR
2022
INSTITUTION
Verein ELF

Ein Dorf versteht man manchmal am besten von seinen Rändern her.

workshop results

Atelier Gapont führt den Verein ELF als Labor für transformativen Urbanismus — Urbanismus verstanden als das Kultivieren öffentlicher Räume, in denen die Zukunft eines Ortes gemeinsam mit den Menschen vor Ort entworfen wird.

Schellenberg war die vierte — die bisher kleinste Fokusgemeinde, mit Siedlungsinseln und viel Natur dazwischen, mit Weitblick über das Unterland und die österreichische Grenze hinaus.

Unter dem Schwerpunkt Ränder und Räume nahmen wir die vielen Ränder des Dorfes zum Ausgangspunkt.

Das Jahr begann mit einer methodischen Verschiebung. Nach vier Iterationen mit einer fixen Karta-Bar als jährlichem Basislager liessen wir die Orte wandern — eine Karta-Bar in Bewegung, jede Veranstaltung dort verortet, wo sie ihr Argument bereits in sich trug.

Grenzwertig eröffnete das Jahr an der Grenze zu Oberfresch, eine Hälfte des Publikums in Liechtenstein, die andere in Österreich — neutraler Boden für ein Gespräch über die Geschichten, die sich mit politischen und geografischen Grenzen verflechten.

Ränder des Wachstums traf sich am südwestlichen Dorfrand, um das Spannungsverhältnis zwischen wirtschaftlichem Wachstum und ökologischer Sorge auszuloten.

Kaffee, Kuchen und Ahnenforschung an einem Samstagmorgen auf der Deponie.

Der Schellenberger Quartierkongress im Hotel Krone mit Delegierten aus acht Quartieren.

Auch die Karta-Talks, ein Interviewformat im Eins-zu-eins, gerieten in Bewegung. Statt im fixen Studio aufzuzeichnen, gingen wir spazieren — mit einem Raumplaner durch das Dorf, mit einem Landwirt durch das Riet, mit dem Pfarrer zurück in der Stube, als die Mikrofone aussetzten.

Mit der fünften Klasse liefen ein dreiteiliger Workshop am Dorfmodell — das Dorf, wie es gewachsen ist, das Dorf, wie es ist, das Dorf, doppelt so voll. Eine langsame Pendelbewegung zwischen dem Bekannten und dem Möglichen, mit den Kindern als Autorinnen und Autoren von beidem.

Zwei weitere Veranstaltungen fanden jenseits von Schellenbergs Rändern statt — Mobilität im Schaaner Domus und Urbanität im Engländerbau in Vaduz. Das Material des Projekts begann, in fremden Rahmen zu wirken; das Labor trat über seine Umgrenzung hinaus.

Das Jahr schloss am 17. Dezember mit (Ver)Brauchtum im Gemeindesaal, einer Diskussion über Rituale, die geteilte Zeit noch immer strukturieren.

Presse

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